Wer seinen Balkon zum Gärtnern nutzt, der kennt das Problem: Der zur Verfügung stehende Platz reicht eigentlich nie aus, um all das zu pflanzen, was man eigentlich gerne selbst ziehen würde. Wäre es da nicht schön die paar Quadratmeter optimal zu nutzen und nicht nur horizontal, sondern auch vertikal zu gärtnern? Wie wäre es denn beispielsweise damit, zwölf Pflücksalate auf der Fläche eines Pizzatellers zu kultivieren? Geht nicht? Geht doch!

Das Ganze nennt sich dann Salatbaum. Als wir das erste Mal davon gehört haben waren wir sofort Feuer und Flamme. Kurzentschlossen haben wir uns dann in das Thema eingelesen und einen eigenen Salatbaum gebaut – und den Bau natürlich dokumentiert. Hier also die Anleitung, viel Spaß beim Lesen und Nachbauen!

EDIT: Inzwischen haben wir auch eine plastikfreie und optisch viel ansprechendere Variante entworfen und umgesetzt. Hier der Link zum plastikfreien Salatbaum.

Das benötigte Material für den Salatbaum.

Das benötigte Material für den Salatbaum.

 

Das benötigte Material
Bevor wir mit dem Bau anfangen also erst einmal eine Übersicht der benötigten Materialien. Wir brauchen

  • ein Abflussrohr, das nachher als Stamm des Salatbaums fungieren wird. Die benötigte Größe hängt letztlich von den Plänen und Gegebenheiten ab. Wir haben uns für ein etwa ein Meter langes Rohr entschieden.
  • einen Untersetzer und einen Topf, der groß genug ist, damit das Rohr hineinpasst und drum herum noch genug Platz für etwas Erde ist. Bei einer Rohrlänge von einem Meter und mehr sollte noch ein Drainagerohr eingeplant werden. Zu diesem Zweck haben wir ein zusätzliches dünnes Rohr und kleinkörnigen Kies besorgt.
  • torffreie Bioblumenerde (Direktlink zu Amazon)*
  • junge Pflänzchen.

Als Werkzeug:

 

Bohrung der Pflanzlöcher.

Bohrung der Pflanzlöcher.

 

Vorbereitung der Rohre
Der erste Schritt ist nun die Präparation der Rohre. Hierbei werden die benötigten Pflanzlöcher, in unserem Fall zehn Stück, in das Rohr gebohrt. Drei Dinge sollten beachtet werden: Zum einen muss der Abstand groß genug sein, dass die ausgewachsenen Pflanzen darin gut gedeihen können. Dann sollten die Löcher versetzt gebohrt werden, damit der Stamm die notwendige Stabilität nicht verliert, und zu guter letzt sollten die Pflanzlöcher nicht bis zum Ende des Rohres gesetzt werden, da dieses später im Übertopf verschwindet, damit der fertige Salatbaum Wind und Wetter trotzen kann und nicht umfällt.

Der fertige Salatbaumstamm nach der Bohrung.

Der fertige Salatbaumstamm nach der Bohrung.

 

Die Vorbereitung des Drainagerohrs erfordert eine Erklärung: Unsere Versuche haben uns gezeigt, dass ein unten offenes, gleichmäßig durchbohrtes und mit Kies gefülltes Rohr als Drainage nicht besonders hilfreich ist. Zwar bekommen die Pflänzchen am unteren Ende des Rohrs jede Menge Wasser, doch die Pflanzen weiter oben am Stamm gehen fast leer aus. Die Lösung? Ganz einfach: Das dünne Drainagerohr wird am unteren Ende umgeknickt oder zusammengebogen, sodass das Gießwasser nicht direkt hinauslaufen kann, sondern sich staut. Außerdem wird der Abstand der Löcher von oben nach unten immer größer. Während wir also am oberen Ende des Drainagerohrs noch etwa ein Loch pro qcm bohren, reduzieren wir es schrittweise, bis wir am unteren Ende des Rohres nur noch etwa ein Loch auf 8 qcm bohren. Das sorgt dann für eine gleichmäßigere Verteilung des Gießwassers, wenn das Drainagerohr befüllt wird.

Topf mit Kiesdrainage.

Topf mit Kiesdrainage.

 

Es kommt zusammen, was zusammen gehört.
Nun bauen wir den Baum endlich zusammen: Zuerst stellen wir das Pflanzgefäß auf den Untersetzer und befüllen das Pflanzgefäß mit einer niedrigen Drainageschicht aus Kies oder Keramikscherben.

Salatbaumstamm mit Drainagerohr.

Salatbaumstamm mit Drainagerohr.

Dann füllen wir den Topf mit etwas Blumenerde, drehen das perforierte Baumstammrohr hinein und platzieren schließlich das Drainagerohr in der Mitte.

Salatbaumstamm gefüllt.

Salatbaumstamm gefüllt.

Im letzten Schritt wird der Salatbaumstamm nun vorsichtig mit Erde gefüllt. Damit die Blumenerde nicht sofort wieder herausfällt, bietet es sich an, den Stamm vor dem Befüllen mit feuchter Zeitung zu umwickeln und diese direkt nach dem Befüllen und Verdichten wieder zu entfernen.

Der bepflanzte Salatbaum.

Der bepflanzte Salatbaum.

 

Die Bepflanzung
Nun gestaltet es sich denkbar einfach den fertigen Baumstamm auch noch zu bepflanzen: Mit der Hand ein Loch in die Erde drücken, die Setzlinge vorsichtig hineingeben und eventuell mit etwas Erde nachstopfen. Jetzt noch angießen und genießen!

Vier Wochen später…
Hier nun noch ein Bild, das den Salatbaum etwa vier Wochen nach der Bepflanzung zeigt: Die Setzlinge sind super angegangen und die hochgezüchteten ersten Blätter baumeln noch immer etwas traurig herum. Doch dafür sind die nachwachsenden Pflücksalate richtig kräftig und gesund. Wir werden hier von Zeit zu Zeit berichten, wie sich der Salatbaum so durch den Sommer und bei hohen Temperaturen schlägt.

Nun wünschen wir Euch viel Spaß beim Nachbauen und freuen uns schon auf Eure Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge, Erfahrungsberichte und natürlich Fotos!

Und wenn Ihr nun noch immer nicht genug habt vom Gärtnern auf dem Balkon oder auf kleiner Fläche, dann findet Ihr hier noch ein tolles Buch mit allem was das Balkongärtnerherz begehrt. Übrigens herausgegeben von Arche Noah: Handbuch Bio-Balkongarten: Gemüse, Obst und Kräuter auf kleiner Fläche ernten. Viel Spaß beim Lesen!

Edit: Wir haben hier nun auch endlich geschafft einen plastikfreien Salatbaum zu entwerfen und zu bauen. Den Artikel zur neuen Anleitung findet Ihr hier: Salatbaum 2.0 – nachhaltig und plastikfrei.

Unser Salatbaum nach vier Wochen.

Unser Salatbaum nach vier Wochen.

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