Der erste Champignon. Aus eigener Wohnzimmerernte.
Der erste Champignon. Aus eigener Wohnzimmerernte.

 

… also, um genau zu sein: ein riesiger Bio-Champignon aus eigener Ernte. Direkt aus unserem Wohnzimmer. Geht nicht? Geht doch!

Und wie? Vor einiger Zeit haben wir uns im Internet hier eine Bio-Pilzzucht für braune Champignons bestellt. Wir können es nicht mehr abwarten, bis endlich auch draußen wieder alles keimt und wächst. Deshalb haben wir erst einmal auf ein Komplettpaket zurückgegriffen. Das Bio-Champignon-Zuchtset kostet knapp 20 Euro und verspricht bis zu 40% des Substratgewichts als Erntegewicht. Das könnten also bis zu vier Kilo sein – wenn man bedenkt, dass das Kilo Champignons im Bioladen 9,90 Euro kostet, also ein ganz gutes Geschäft und obendrein noch jede Menge Spaß.

Das Ganze funktioniert dann folgendermaßen: Man bekommt einen Karton, der mit Folie ausgelegt ist, ein vom Champignonmyzel durchwurzeltes Substrat aus Stroh und Deckerde. Dann kann es auch schon losgehen: Als erstes wird der Karton geöffnet und die vier Pappenden, die den Deckel bilden, werden hochgestellt und befestigt, sodass der Karton an Höhe gewinnt. Anschließend die verpackte Deckerde und die Abdeckfolie entehmen. Dann wird die Folie, die das Myzel umgibt geöffnet, sodass die feuchte Erde lose darauf verteilt werden kann, und die geöffnete Folie wird nun über die Kartonenden gestülpt. Somit ist der gesamte Karton vor Feuchtigkeit geschützt. Sobald dies geschehen ist, wird die beiliegende Abdeckfolie lose auf die feuchte Erde gelegt. Nun heißt es abwarten. Ach ja: Ideal sind für diesen Durchwurzelungsprozess 18-24 Grad, also funktioniert es sehr gut in beheizten Wohnräumen.

Das Champignongewächshaus im Wohnzimmer.
Das Champignongewächshaus im Wohnzimmer.

 

Nach etwa zwei Wochen sollte die Deckerde bis kurz unter der Oberfläche vom Pilzmyzel durchwurzelt sein. Für den Fall, dass auch die Oberfläche durchwurzelt ist, soll man diese mit einer Gabel auflockern. Dies war bei uns jedoch nicht notwendig. Als nächstes muss dann nur noch die Abdeckfolie oben am Karton angebracht werden (am besten mit ein paar Nadeln), sodass eine Art Gewächshaus entsteht. Für das Wachstum der Champignonköpfe sollte die Temperatur nun etwas niedriger sein als beim Durchwurzeln.

Und hier noch schnell eine aktuelle „Luftaufnahme“ unserer Champignonzucht (da kann einem doch glatt das Wasser im Mund zusammenlaufen):

Eine "Luftaufnahme" unserer kleinen Champignonzucht.
Eine „Luftaufnahme“ unserer kleinen Champignonzucht.

 

Den ersten Champignon haben wir übrigens auch schon geerntet und gegessen. Ein wahrer Prachtkerl, größer als meine Hand und 217 Gramm schwer. Und das Wichtigste: auch noch super lecker – einfach kurz in Fett angebraten, mit Kräutern, Pfeffer und Salz abgeschmeckt eine köstliche Vorspeise für zwei Personen. :)

Der erste Champignon.
Der erste Champignon.

 

Hier nochmal der Link für alle, die nun auch auf den Geschmack gekommen sind und Lust auf ein paar eigene Champignons haben, bis es endlich wieder Gemüse an der frischen Luft gibt. Wir können diese Champignonzucht nur wärmstens empfehlen: Bio-Steinchampignonzucht.

Riesige Bio-Champignons aus eigener Wohnzimmerernte …
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5 thoughts on “Riesige Bio-Champignons aus eigener Wohnzimmerernte …

  • 8. März 2013 bei 00:33
    Permalink

    Lustig! Genau über Champinon-Zucht habe ich noch vor ein paar Tagen nachgedacht. Könnte man die im Sommer auch im Garten züchten? Champinons wachsen nicht im Schatten, oder?

    Antwort
    • 8. März 2013 bei 12:06
      Permalink

      Soweit ich weiß, geht das schon. Aber wenn Du im Garten Pilze züchten willst, dann hast Fu ja ganz andere Optionen als in der Wohnung. Beispielsweise Shitake – super lecker und außerdem extrem gesund. Gerade auch für Veganer und Vegetarier, weil er einen hohen Gehalt an Vitamin D hat. Champignons würde ich vermutlich immer wieder in der Wohnung machen und draussen eher Shitake oder Kräuterseitlinge. Oder eben Pilze, die man sonst im Laden kaum bekommrn kann, da die hier nicht zu den Nummer 1 Speisepilzen gehören, wir bspw. Braunkapprn oder ähnliches!

      LG
      Der Attensäter

      Antwort
  • Pingback: Bio-Steinchampignons aus dem eigenen Wohnzimmer. | Attensaat - Urban Gardening, Guerilla Gardening, Nachhaltigkeit

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