Stop Monsanto - Das darf erst der Anfnag gewesen sein.
Stop! Monsanto – Das darf erst der Anfang gewesen sein.

 

Was war das für eine Schlagzeile, die da in der vergangenen Woche über die Newsticker lief: Monsanto stellt die Lobbyarbeit in Europa ein! Auf den ersten Blick eine Sensation, doch schnell folgte die Ernüchterung. Entgegen anders lautender Meldungen wird Monsanto genau dies nicht tun. So bestätigte Ursula Lüttmer-Ouazane, Deutschland-Chefin von Monsanto, der Süddeutschen Zeitung zwar, „dass Monsanto in Europa keine neuen Anbau-Systeme“ mehr zur Zulassung anmelden werde, stritt aber ab, dass damit auch die Lobbyarbeit eingestellt würde. Schließlich betont sie, dass das Unternehmen weiterhin weltweit voll hinter seinen Produkten stehe.

Alleine diese Aussagen genügen schon, um den großen Bluff zu entlarven. Denn warum sollte ein Konzern viele Millionen Euro in Lobbyarbeit investieren, wenn er eben nicht plant sein Geschäft fortzuführen und auszubauen? Diese Frage, vielleicht noch kombiniert mit dem Gegensatz „Monsanto und Wahrheit“ macht schnell deutlich worum es eigentlich geht: Es gibt zwar keine neuen Zulassungsverfahren, aber (wie der March against Monsanto eindrucksvoll bewiesen hat) der Widerstand wächst rapide.

Offensichtlich hat dies auch der Gentech-Konzern begriffen und versucht nun eben diesen Widerstand auszubremsen, indem man ihm einen vermeintlichen Sieg präsentiert. Für uns stellt sich die Frage, ob wir uns so leicht blenden lassen wollen, oder ob wir beharrlich weiter informieren und aufmerksam sein werden.

Unsere Entscheidung ist jedenfalls längst gefallen, denn es geht hier um das Recht auf freies Saatgut, um das Recht darauf, selbst entscheiden zu können, was wir zu uns nehmen und es geht um die Frage, ob unsere Demokratie und unsere Politiker stark genug sind, um den Verführungen der Gentech-Lobbyisten standzuhalten. Eine ist es jedenfalls schon mal nicht: FDP-Bundestagsabgeordnete Christel Happach-Kasan bezeichnete den angekündigten Rückzug aus Europa bereits als „Verlust für Deutschland“.

Für die Unentschlossenen bedienen wir uns dann noch dreist bei einer Information aus dem Schlusssatz des entsprechenden Spiegelartikels. Denn, so der Autor: „Ein kleiner Gruß des Konzerns ist uns sowieso längst gewiss: Das Spritzmittel Glyphosat wiesen Wissenschaftler der Uni Leipzig vor kurzem in fast allen untersuchten Urinproben nach.“ Wohlgemerkt nicht nur bei verarbeitenenden Landwirten, sondern eben auch bei Konsumenten, die keinerlei Kontakt zur Landwirtschaft haben. Glyphosat gibt es übrigens unter dem Namen „Roundup“ als Totalherbizid in beinahe jedem Baumarkt. Und wer jubelt uns da wieder mal ein widerlich unberechenbares Gift unter? Okay, wird niemanden wundern: Es ist Monsanto. Agent Orange, PCB und Dioxin lassen grüßen …

Monsanto stellt Lobbyarbeit ein und die Sonne dreht sich um die Erde
Markiert in: