Nützling bei der Arbeit - Nahaufnahme eines Marienkäfers.
Nützling bei der Arbeit – Nahaufnahme eines Marienkäfers.

Umweltschutz im eigenen Garten? Mit dem Trend zum Urban Gardening kehrt auch mehr und mehr Verantwortungsbewusstsein in die Köpfe der Urbanen Gärtner zurück. Nach unseren 5 Tipps für Urban Gardener und den 10 Tipps für angehende Guerilla Gärtner nun Grund genug ein paar Denkanstöße zu formulieren, die dem Umweltschutz im eigenen Garten dienen sollen:

1. Stoppt den Rollrasen-Wahnsinn!

Leider viel zu selten wird Kritik an Rollrasen laut. Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, warum im Rollrasen keine anderen Pflanzen oder Pilze wachsen? Ganz einfach: Während des Anbaus wird Rollrasen in der Regel mit allerlei Pestiziden, Fungiziden und Insektiziden behandelt – also mit all dem, was man in der Regel nicht im Garten haben will. Und genau das soll man sich flächendeckend im Garten verlegen? Sicher nicht! Ökotest hat 2012 Rollrasen getestet. Neun Rollrasen fielen damals durch, weil sie nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel enthielten. Wohlgemerkt: Die anderen kamen nicht ohne aus: Die Pflanzenschutzmittel waren lediglich zugelassen. Genau so zugelassen wie beispielsweise das in der Kritik stehende Glyphosat.

Wenn Ihnen die Natur am Herzen liegt und sie keine Pestizid-Decke in ihrem Garten verlegen wollen: Finger weg vom Rollrasen und der erste Schritt zu mehr Umweltschutz ist getan!

2. Rückzugsorte sind Lebensräume

Jeder Garten bietet hier und da die Möglichkeit Lebensräume und Rückzugsorte für die Natur zu schaffen. Dabei muss es nicht immer die Wildblumenwiese sein. Auch gestapeltes Holz, ein Haufen alter Äste oder ein Blätterberg sind ein ganz besonderer Lebensraum für viele Insekten. Oder wie wäre es mit einer unverfugten Steinmauer? Aber auch ein schöner Rasen ist ein Lebensraum, wenn Löwenzahn und Gänseblümchen willkommen sind. Jedes Fleckchen Garten, dass man der Natur überlässt, wird Insekten und Tiere anlocken.

3. Natürlich natürlich – und nachhaltig!

Wann immer möglich, sollte im Garten auf natürliche Baustoffe zurückgegriffen werden. Holz steht hierbei an erster Stelle. Aber auch Holz ist nicht gleich Holz. Tropenhölzer wie Garapa oder Bankirai sind zwar sehr wetterbeständig, aber alles andere als nachhaltig. Allerdings hat sich auch hier in den vergangenen Jahren viel getan. In Online-Shops wie Casando.de gibt es nachhaltiges, zertifiziertes und vor allem schnell nachwachsendes heimisches Holz inzwischen in großer Auswahl. FSC- oder PEFC-zertifizierte Terassendielen oder Möbel garantieren umweltfreundliche und ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder. Dabei steht dann nicht der Konsum an erster Stelle, sondern die Umwelt. Und bei guter Pflege hält auch dieses Holz über viele Jahre. Wir ölen unsere Balkondielen alle 24 Monate – das ist schnell gemacht und das Holz sieht auch nach acht Jahren noch aus wie neu!

4. Verbannt den Kirschlorbeer!

Der Kirschlorbeer steht hier exemplarisch für alle Neophyten in unseren Gärten. Aber an seinem Beispiel wird klar, was unzählige uninformierte Gartenbesitzer in ihren Gärten veranstalten. Der NABU rief jüngst dazu auf Kirschlorbeer aus den Gärten zu verbannen. Dieser sei eine „ökologische Pest“, hochgiftig, ökologisch vollkommen nutzlos und biete keinerlei Lebensraum für einheimische Lebewesen. Kirschlorbeer ist sogar so giftig, dass er nicht einmal kompostierbar ist. Wie schrieb der NABU: „Selbst eine Betonmauer ist für die Natur wertvoller“.

Im Prinzip lautet der Leitsatz: Heimische Pflanzen bieten heimischen Tieren einen Lebensraum. Denn beide sind aufeinander angepasst. So können Sie drei Ziele auf einmal erreichen: Die heimische Pflanzenwelt schützen, einen natürlichen Garten pflegen und Lebensräume für heimische Tiere schaffen!

5. Kein Platz für Monsanto und Co.

Finger weg von Giften, Finger weg von Hybriden, Finger weg von GVO. Doch der Reihe nach: Der Begriff „Pflanzenschutzmittel“ ist der blanke Hohn, denn in einem gesunden Garten wachsen kräftige und gesunde Pflanzen. Für Gifte ist hier kein Platz. Denn wie jüngst Glyphosat und davor Dioxin bewiesen haben: Auch was über Jahrzehnte erlaubt war, kann sich plötzlich als hochgradig krebserregend herausstellen.

Warum Hybride pflanzen, wenn es auch mit gesundem Saatgut geht, dass sich auch vermehren lässt? Und warum genetisch veränderte Organismen in die Natur bringen, deren Langzeitfolgen weder untersucht noch absehbar sind? Es gibt keinen Grund. Aber es gibt inzwischen jede Menge Möglichkeiten „sauberes Saatgut“ zu beziehen. Ein Beispiel dafür wäre Dreschflegel. 14 Bauernhöfe in verschiedene Gegenden Deutschlands, die sich dem Erhalt alter und seltener Arten verschrieben haben. Alle Arbeiten von Anbau über Öffentlichkeitsarbeit bis zum Versand werden annähernd gleich entlohnt. Wir bestellen dort seit Jahren und werden immer wieder positiv überrascht!

5 Tipps – So gelingt Umweltschutz im eigenen Garten

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