Wer wie wir von einem Schreibtisch im Grünen träumt, findet vielleicht an unserem grünen Schreibtisch Gefallen. Unser Grundgedanke: einen Schreibtisch bauen, der eine Schreibfläche bietet und zugleich ein großes Pflanzgefäß ist. Ein Möbelstück, das von der Natur zurückerobert wird. Hier unsere Anleitung!

Doch bevor wir loslegen können, benötigen wir:

  • ein altes Möbelstück – in unserem Fall einen Sekretär
  • Schleifpapier oder eine Schleifmaschine
  • weißen Acryllack
  • Lackrolle oder Pinsel
  • eine Stichsäge
  • Übertöpfe mit überstehendem Kragen
  • alte Bücher
  • ein Ritzmesser
  • ggf. eine Kappsäge für die Bücher
  • Multitape
  • etwas alte Folie (z. B. aus einem Sack Blumenerde)
  • jede Menge Pflanzen und Samen
Gelsenkirchener Barock - aber nicht mehr lange ...

Gelsenkirchener Barock. Aber nicht mehr lange …

 

 

 

Dann kann es ja losgehen. Den Schrank Stilrichtung „Gelsenkirchener Barock“ haben uns netterweise unsere Nachbarn geschenkt, ebenso die meisten der Bücher – einige andere haben wir auch aus dem Papiermüll gefischt.

Im nächsten Schritt haben wir den Schrank dann soweit es nötig war auseinandergebaut und abgeschliffen.

Fertig geschliffen und bereit zum Sägen.

Fertig geschliffen und bereit zum Sägen.

Auf den Regalbrettern haben wir im anschließend die Stellen markiert, an denen wir später die Pflanzgefäße einlassen wollten. Dafür haben wir die Töpfe als Schablone genommen und den entstandenen Kreis entsprechend des überstehenden Kragens der Töpfe verkleinert.

Die Löcher sind gesägt und die Gefäße passen.

Die Löcher sind gesägt und die Gefäße passen.

Dann haben wir die Löcher entsprechend unserer Markierungen ausgesägt. Anschließend haben wir testweise die Töpfe in die Öffnungen gesetzt. Passt alles? Dann kann’s ja weitergehen!

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Im nächsten Schritt ist Geduld gefragt: Wir haben den Schrank insgesamt dreimal lackiert, bis wir das gewünschte Ergebnis erzielt hatten. Aber es hat sich gelohnt.

Die Kappsäge kommt zum Einsatz - unglaublich staubig und nur an der frischen Luft zu empfehlen.

Die Kappsäge kommt zum Einsatz – unglaublich staubig und nur an der frischen Luft zu empfehlen.

Während die weiße Farbe noch ein bisschen trocknen durfte, haben wir mit der „Tarnung“ der Pflanzgefäße begonnen. Aus dem großen Fundus an Büchern, die unsere Freunde und Bekannte loswerden wollten, suchten wir uns Bücher der gleichen Höhe und sägten mit der Kappsäge die Buchrücken ab – diese dienen später den Pflanzgefäße als Tarnung.

Ein Buchdeckel und etwas Multitape machen die Fassade komplett ...

Ein Buchdeckel und etwas Multitape machen die Fassade komplett.

Die Buchrücken haben wir dann mit einem Exemplar mit schönem Deckel und jeder Menge Multitape in Tarn-Fassaden für unsere Pflanzgefäße verwandelt.

Und so sieht die Tarnung von vorne aus.

Und so sieht die Tarnung von vorne aus.

Unter den Pflanzgefäßen mussten wir nun etwas experimentieren. Unterhalb unserer Fassaden mussten wir Bücher quer auf die Regalbretter legen, damit die gesägten Bücher exakt die zur Verfügung stehende Höhe ausfüllen.

 

 

Passt und verdeckt das ganze Pflanzgefäß.

Passt und verdeckt das ganze Pflanzgefäß.

Jetzt konnten die ersten Pflanzen bereits einziehen. Neben den Pflanzen in den Töpfen haben wir noch einige Tillandsien platziert um hier und da kleine Akzente zu setzen.

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Wir wollten uns damit aber nicht zufrieden geben und haben außerdem noch eine Schublade umfunktioniert. Dafür haben wir eine der kleinen Schreibtischschubladen genommen und diese mit Resten eines Pfanzsacks ausgekleidet. Leider haben wir die Konstruktion nicht abgedichtet bekommen und sind später umgestiegen: Dafür haben wir einen Sack Blumenerde zerschnitten und die Folie verwendet, um die Schublade abzudichten. Etwas Erde rein und jede Menge Kressesamen.

Eine bepflanzte Schublade.

Eine bepflanzte Schublade.

Eine Woche später war die Schublade bereits komplett mit Kresse bewachsen. Allerdings sind wir nach der Kresse übergangsweise auf eine Bepflanzung mit Sukkulenten umgestiegen.

Foto von einer mit Kresse bepflanzten Schublade.

Die Kresse wächst aus der Schublade.

Auch an der Seite des Sekretärs wollten wir es ergrünen lassen. Ganz einfach – zwei Schalen aus dem Badezimmersortiment von IKEA mit passender Aufhängung (die wir in der Mitte zerteilen mussten) und fertig waren die Pflanzgefäße, die man dank der Aufhängung sogar abnehmen kann.

Auch an der Seite des Sekretärs sollten Pflanzen ein neues Zuhause finden.

Auch an der Seite des Sekretärs sollten Pflanzen ein neues Zuhause finden.

Auf der Seite hat dann ein Bubikopf (Soleirolia soleirolii) sein neues Zuhause gefunden. Früher oder später werden die Triebe der oberen Pflanze die der unteren erreichen und den Eindruck eines grünen Wasserfalls erwecken.

Der Bubikopf wächst bereits und fühlt sich auch Wochen später noch pudelwohl.

Der Bubikopf wächst bereits und fühlt sich auch Wochen später noch pudelwohl.

Auf dem unteren Regalbrett wollten wir noch einen weiteren Topf verbergen, konnten diesen dort aber nicht wie die anderen in einem Loch verstecken. Also höhlten wir stundenlang drei Bücher aus, um darin den Topf verschwinden zu lassen.

Schweißtreibende Arbeit: Hunderte von Seiten mit dem Cutter zerschneiden.

Schweißtreibende Arbeit: hunderte Seiten mit dem Cutter zerschneiden.

Aber das Ergebnis – inklusive der Buchtitel – kann sich sehen lassen. Der Senecio ‚Himalaya‘ (Senecio barbertonicus) fühlt sich wohl und wächst und wächst und wächst …

 

Im Buch 'Wurzeln' werden Wurzeln geschlagen.

Im Buch ‚Wurzeln‘ werden Wurzeln geschlagen.

Und das war’s auch schon! Fertig ist der grüne Schreibtisch. Hier noch ein paar Eindrücke des fertig bepflanzten Sekretärs!

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