Nahaufnahme Baumscheibenradieschen.In Gesprächen mit  Freunden, Bekannten und Kollegen stoßen wir immer wieder auf militante Düngerverweigerer. Allerdings sind es nie die erfahrenen Gärtner, sondern stets erfolglose Gartenanfänger. Ob es da einen Zusammenhang gibt? Und ob!

In den vielen Diskussionen zum Thema Pestizide versus nachhaltige Landwirtschaft, werden Dünger oft pauschal auf der Seite der Pestizide, also der nicht-nachhaltigen Landwirtschaft eingeordnet. Und hier liegt der Fehler: Zwar wachsen und gedeihen Pflanzen in der Natur auch ohne Dünger, aber eben dort, wo die Pflanzen von selbst gedeihen: Eben dort, wo die Voraussetzungen erfüllt sind.

Wenn wir hingegen Gemüsepflanzen im Kübel, im Topf oder auch im Beet anpflanzen, dann sind die Nährstoffe schnell verbraucht. Denn wie beim Menschen, so ist auch bei Pflanzen Wachstum und Leben das Ergebnis von Stoffwechselprozessen. Sprich: Auch Pflanzen haben Hunger. Wird dieser nicht gestillt, so kümmern unsere grünen Zöglinge und werden krank.

Viel wichtiger ist hingegen, für welche Dünger man sich entscheidet. Und hier ist das Angebot scheinbar grenzenlos. Synthetische Dünger oder natürliche, Hornspäne oder lieber doch vegane Dünger? Übrigens wissen die wenigsten, dass Bio-Gemüse meistens weder vegetarisch noch vegan ist. Was? Gemüse ist nicht vegetarisch? Absolut, da es mit Hornspänen gedüngt werden darf und häufig gedüngt wird!

Eine pauschale Empfehlung kann es auch beim Düngen nicht geben. Außer vielleicht: Finger weg von synthetischen Düngern. Denn die Ansprüche an Dünger sind von Pflanze zu Pflanze sehr unterschiedlich. So sollten beispielsweise Salate überhaupt nicht gedüngt werden, während Starkzehrer wie viele Tomaten oder Kartoffeln unbedingt gut versorgt werden müssen.

Während es heute für nahezu jede Pflanzenart Spezialdünger erhältlich sind, haben unsere Großeltern und deren Eltern auf zwei besonders natürliche Varianten gesetzt, die sich auch heute unter naturbewussten Gärtnern großer Beliebtheit erfreuen: Brennnesseljauche und Kompost.

Das Ansetzen eigener Pflanzenjauchen ist recht einfach. Generell gilt: geeignete Pflanzenabschnitte (bspw. Brennnessel) und Wasser vergären in wenigen Wochen zu einer Jauche, die sich dann als milder Pflanzenschutz, aber eben auch zum Kräftigen und Düngen von Pflanzen eignet. Eine längere Anleitung und mehr Infos zum Thema Pflanzenjauche gibt es hier.

Noch interessanter ist der eigene Kompost. Er ermöglicht nicht nur das Recycling eigener Garten- und Bioabfälle, sondern belohnt uns dafür auch mit hervorragender Komposterde: Nachhaltiger können Beet und Kübel nicht mit Nährstoffen versorgt werden. Was darf auf den Kompost und was nicht? Dazu gibt es im Internet unzählige Artikel. Einen guten Überblick mit nützlichen Tipps gibt es beispielsweise hier im Gartencenter-Ratgeber von Hagebau.

Also: Ran an den Spaten und sorgt dafür, dass Eure grünen Zöglinge nie mehr hungern müssen!

Auch Pflanzen haben Hunger!

2 thoughts on “Auch Pflanzen haben Hunger!

  • 27. September 2016 bei 22:22
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    Gut, dass Ihr das Thema Düngen mal aufgegriffen habt. Jetzt habe ich endlich einen gescheiten Artikel, den ich meinen Kollegen zu diesem Thema schicken kann haha. Hatte zu diesem Thema selbst immer wieder sehr viele Diskussionen und musste leuten immer wieder die Wichtigkeit von Nährstoffen für eine Pflanze erklären :)

  • 14. Februar 2017 bei 14:37
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    Neues Gartenjahr – da bin ich wieder einmal im Internet auf Gartenseiten unterwegs. Manchmal findet man wirklich sehr gute Tipps und Tricks.
    Nun stelle ich mir meinen Kompost schon seit Jahrzehnten selber her, ein Komposthaufen gehört doch einfach in jeden Garten! Gartenabfälle gibt es immer, und einen kleinen Platz in einer hintersten Ecke auch.
    Ich habe noch nie chemischen Dünger gekauft, aber schon mehrere male gesehen, wie dieser bei unsachgemäßer Anwendung ganze Pflanzen verbrannt hat.
    Das ist mir mit der eigenen Komposterde noch nie passiert.
    Deshalb an alle Gärtner: Legt einen Komposthaufen an! Kostet doch nichts.

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